Diskriminierung als Dreischritt

Dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) liegt ein Verständnis von Diskriminierung als Dreischritt zugrunde: „Diskriminierung ist die Benachteiligung von Menschen (1) aufgrund eines schützenswerten Merkmals (2) ohne sachliche Rechtfertigung (3)“. (siehe Leitfaden „Beratung bei Diskriminierung“, S. 9)

(1) Benachteiligung: jede Form der weniger günstigen Behandlung. Wenn Gleiches ungleich oder Ungleiches gleich behandelt werden. Entscheidend dabei ist die Wirkung, das Ergebnis, nicht die Absicht. Benachteiligung kann unmittelbar und mittelbar erfolgen.

(2) Schützenswerte Merkmale: das AGG definiert sechs Merkmale als besonders schützenswert: rassistische Zuschreibung und/oder ethnische Herkunft; das Geschlecht; die Religion und/oder Weltanschauung; eine Behinderung; das Lebensalter; die sexuelle Identität. Diese Aufzählung wird als unvollständig kritisiert.

(3) Sachliche Rechtfertigung: juristisch gesehen ist eine Ungleichbehandlung nur dann Diskriminierung, wenn keine sachliche Begründung vorliegt. Sachliche Begründungen können z.B. Nachteilsausgleiche, Altersbeschränkungen zum Jugendschutz sein.